Peenemünde: Ein Ort voller Geschichte(n)

Das gewaltige Kraftwerk der ehemaligen Heeres-Versuchsanstalt beherbergt heute das Historisch-Technische Museum. Foto: Wikipedia
Das gewaltige Kraftwerk der ehemaligen Heeres-Versuchsanstalt beherbergt heute das Historisch-Technische Museum. Foto: Wikipedia


Der geschichtliche Hintergrund Peenemündes ist Ihnen sicher bekannt? Nicht alles davon war rühmlich. Unumstritten ist aber, dass die Wiege der Raumfahrt-Technik hier steht - zumindest die Überreste davon.

 

Gefangen in jenem unlösbaren Widerspruch zwischen Geld, Macht, Befehl - auf der einen Seite - und dem faustischen Drang wissenschaftlicher Berufung - auf der anderen - gelang es deutschen Wissenschaftlern hier vor über 60 Jahren die Tür zum Weltall aufzustoßen.

 

 

Nachbau einer V2, Ausgestellt im Historisch-Technischen Informationszentrum. Quelle: Wikipedia
Nachbau einer V2, Ausgestellt im Historisch-Technischen Informationszentrum. Quelle: Wikipedia

Peenemünde: Die "verbotene Insel"

 

Von 1935 bis 1989 trug Peenemünde denn auch den Stempel: „Streng geheim!" - mit entsprechenden Einschränkungen für die heimische Bevölkerung.

 

Heute ist Peenemünde ein gewaltiges Areal, auf dem sich immer noch viele Spuren der Vergangenheit entdecken lassen, z.B.:

 

 Das Kraftwerk: Am 5. August 1942 wurde es in Betrieb genommen und galt zu seiner Zeit als das modernste Kohlenstaub-Kraftwerk Europas. Heute beherbergt es das Historisch-Technische Museum.

 

Die Reste des legendären Prüfstandes 7: Aus diesem Areal starteten die meisten der Raketen. Die letzte am 14 Februar 1945. Reste der Abschussrampe der V1 sind in Strandnähe zu besichtigen.

 

Auch der nahegelegene Flugplatz von Peenemünde hat Geschichte(n) zu erzählen. Bustouren führen zu den einstigen Bunkern der NVA und zu den Überresten der V1-Abschussrampen. Darüber hinaus darf man den Pragmatismus der Peenemünder bewundern, die vielseitige Einsatzmöglichkeiten für die mit Wiesen-Hügel getarnten Flugzeugbunker gefunden haben: z.B. als Kuhstall mit Weide 'on Top'.

 

Die empfindlichste Anlage im ganzen Gebiet war das Sauerstoffwerk.

 

Hier wurde der flüssige Sauerstoff produziert, der einen wesentlichen Bestandteil des Treibstoffes für die V2 ausmachte.

 

Seine dicken Mauern stehen heute als imposante Ruine immer noch an der Strasse zum Hafen.

 

Die Natur hat sich inzwischen einen Großteil des Industriebaus zurück erobert.